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Unternehmensnachfolge gegen Unternehmensgründung

Bei einer Nachfolge eines bestehenden Unternehmens wird wie bekannt eine vorhandene und meist am Markt etablierte Geschäftsidee erworben. Das Risiko eines Misserfolges reduziert sich dadurch. Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sind erprobt und in der Regel ist ein Anlagevermögen vorhanden. Der Wettbewerb und die Kunden sind bekannt. Unternehmerische Ressourcen wie Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter, Kow-how und vieles mehr sind vorhanden.

Die attraktive Substanz eines Unternehmens ist die Voraussetzung für eine mögliche Übernahme durch Familienangehörige oder externe Interessenten. Unternehmen mit einem Jahresgewinn unter EUR 50.000,00 haben gewöhnlich keine genügende Substanz zur Aufrechterhaltung.

Gründe für Nachfolgeregelungen

Laut IFM Bonn stehen in dem Zeitraum von 2010 bis 2014 mehr als 100.000 Familienunternehmen vor der Frage, wie das Unternehmen in der Zukunft weitergeführt werden soll.

Die Gründe für Nachfolgeregelungen sind in der Regel wie folgt:

  • Altersgründe ca. 65 %
  • Scheidung, Streit etc. ca. 8 %
  • Unerwartet durch  Krankheit, Unfall, Tod  ca. 26 %

Für einen potentiellen Nachfolger sind die wichtigsten Kriterien für die Übernahme die Produkte und die derzeitige Gewinnsituation des Unternehmens.

Die Nachfolgen werden in der Regel wie folgt umgesetzt:

  • Familienmitglieder  ca. 44 %
  • Mitarbeiter ca. 10 %
  • externe Führungskräfte ca. 16 %
  • Unternehmensveräußerung ca. 21 %
  • Stilllegung  ca. 8 %

 

Realisierung

Die Hälfte aller Nachfolgeinteressenten ändert laut IFM Bonn den Nachfolgeplan und Gründen ein Unternehmen, da bei der Übernahme zu große Hürden überwunden werden mussten im Gegensatz zu einer Neugründung. Die Anforderungen an einen potentiellen Nachfolger sind sehr hoch. Sie benötigen ein großen Wissen, viel Erfahrung, eventuell ein Coaching und natürlich das Kapital.

Ermittlung des Unternehmenswertes

Es gibt viele Methoden die je nach Unternehmensart Anwendung finden können. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Bewertungsansätze, einerseits das Substanzwertverfahren und andererseits das Ertragswertverfahren. Für diese Verfahren ist eine absolute Transparenz der Kennzahlen notwendig. Die Bewertung muss neutral und unabhängig geschehen, da diese einen fairen Verkaufspreis ermitteln sollen.

Übertragungsphase

Der Nachfolger benötigt eine Einarbeitung in den Betrieb, denn man erwirbt nicht beim Kauf des Unternehmens gleich das Vertrauen der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten. Oftmals kann dieser Prozess mehrere Jahre dauern.

Bei einer externen Nachfolge ist die Übernahme wesentlich schwieriger als bei Familienangehörigen oder bei einer internen Nachfolge. Alleine einen geeigneten Nachfolger zu finden ist relativ schwierig, ist dieser gefunden bricht in 70 bis 80 % der Fälle die Nachfolge mangels Finanzierung trotzdem ab.

Oberstes Gebot – Diskretion!

Ein vorzeitiges Bekanntwerden der geplanten Nachfolgeregelung kann in vielen Fällen zu einem irreparablen Schaden für das Unternehmen und auch den Interessenten bzw.  Nachfolger führen.  Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, die von einer solchen Veränderung erfahren, halten schnell nach Alternativen Ausschau.

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