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Warum scheitern Startups?

Das Forschungsprojekt „Startup Genome“ untersucht seit 2010, was erfolgreiche Startups von weniger erfolgreichen unterscheidet. Dabei haben sie bisher ca. 3200 Startups befragt und die Antworten ausgewertet. Bei der Analyse hat sich herausgestellt, dass jedes Startup – ähnlich wie ein Produkt – einen Lebenszyklus („Startup Lifecycle) durchläuft. Diesen haben sie in folgende Phasen gegliedert (Details hier)

Die 6 Phasen eines Startups

  1. Discovery
  2. Validation
  3. Efficiency
  4. Scale
  5. Profit Maximization
  6. Renewa

Die Theorie in der Praxis

Das Unternehmen, dass wir zur Zeit beraten, hat auf den ersten Blick alles richtig gemacht:
Mit ihrer Dienstleistung lösen sie ein echten Problem bei Ihren Kunden (Discovery). Diese haben aufgrund ihrer „Not“ eine gesunde Zahlungsbereitschaft (Validation). Dank der fachlichen Kompetenz (Efficiency) der beiden Gründerinnen und dem innovativen Produktangebot werden dem jungen Startup die Türen praktisch eingerannt. Klassisches Marketing ist fast nicht mehr nötig. Darüber hinaus wurde durch die Jury beim Businessplan-Wettbewerb bestätigt, dass die Planungen wie im Businessplan beschrieben sehr vielversprechend sind, was letztlich sogar im Sieg mündete.

Doch auch der beste Businessplan schützt nicht vor der (teils) harten Realität, oder mit anderen Worten, frei nach Justinus Pieper:

„Kein Businessplan überlebt den ersten Feindkontakt“

So auch in diesem Fall. Mit dem besagten Ansturm hatte man so nicht gerechnet. Verständlicherweise wollte man dem gerecht werden, indem neue Mitarbeiter eingestellt wurden (Scale). Demzufolge gelangte man nach sehr kurzer Zeit bereits ins 2. Jahr (lt. der Planung im Businessplan). Warum kann das zum Problem werden?

Inkonsistentes Wachsen

Basierend auf der hohen Interaktion mit Ihren Kunden befindet sich das Unternehmen bereits in der 4. Phase, also in der Scale Phase.

Das Problem an der Stelle:

Die verschiedenen Teilbereiche im Unternehmen sind unterschiedlich schnell gewachsen. Die Organisation (z.B.  das Projektmanagement) konnte den veränderten Anforderungen nicht schnell genug angepasst werden. Auch ein funktionierendes Controlling, dass bei einem skalierenden Startup immer wichtiger wird, wurde noch nicht eingeführt. Das heisst also vom Verhalten her, ist man noch nicht in der Scale Phase angekommen, es herrscht Inkonsistenz:

scaling

Der Hauptgrund für’s Scheitern

Genau diese Inkonsistenz der verschiedenen Teilbereiche ist lt. den Forschungsergebnissen des „Startup Genome Project“ der Hauptgrund für das Scheitern junger Startups. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wächst das Unternehmen zu schnell, wie im Fall oben, dann nennt man es „dysfunctional scaling“ oder andersherum, wenn an manchen Stellschrauben zu früh gedreht wird – beispielsweise wenn das Marketing ausgeweitet wird ohne sein Produkt validiert zu haben – dann spricht man von „premature scaling“.

Hier ein paar Beispiele für die benannte Inkonsistenz (aus dem Startup Genome Extra Report)

examples for inconsistency

Fazit

Für mich war es eine wertvolle Erkenntnis, dass die Konsistenz aller Teilbereiche innerhalb eines Startups am stärksten zum Erfolg beiträgt. Dies ergänzt wie ich finde sehr gut den Lean Startup Ansatz bei der Gründung eines Unternehmens. Insgesamt bin ich dankbar die Theorie einmal anhand eines praktischen Beispiels kennen gelernt zu haben.

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Grundlagen für erfolgreiches Wachstum

In meinem letzten Blogpost habe ich das Thema Skalierbarkeit näher betrachtet. Dabei wurde deutlich, dass sich Online-Geschäftsmodelle im allgemeinen leichter dazu eignen zu skalieren, als Ihre Gegenspieler im Offline-Bereich. Wer nämlich Dienstleistungen anbietet, verkauft häufig seine Zeit. Diese ist für jeden von uns leider begrenzt. Mehr Aufträge führen dann dazu, dass man sich neue Mitarbeiter suchen müsste, was wiederum erhöhte Kosten verursacht und den Gewinn schmälert.

Drei Schritte zum erfolgreichen Wachstum

Doch auch hier gibt es einen Weg, der dem in Online-Unternehmen sehr ähnelt und von Sean Ellis visuell gut dargestellt wurde:

startup-pyramid

  1. Product / Market Fit = für ein Problem wird eine Lösung in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung gefunden, die vom Markt als solche angenommen werden muss
  2. Transition Growth = ist der „Product / Market Fit“ erreicht, müssen die Prozesse so organisiert werden, dass der geschaffene Wert dem Kunden erhalten bleibt, aber andererseits die zur Verfügung stehende Ressourcen möglichst effizient genutzt werden
  3. Growth = sind die beiden ersten Schritte erfolgreich gemeistert, ist die Grundlage für erfolgreiches Wachstum gesichert

Das bedeutet insbesondere für Dienstleistungsunternehmen, dass der Prozessanalyse und Prozessoptimierung eine besondere Bedeutung zu kommt um bestmöglich auf das geplante Wachstum vorzubereiten. Eine nette Case Study findet man dazu bei der Unternehmerin Nancy Duarte:

Ein Weg um die Wertschöpfung zu erhöhen

Nancy Duarte hilft mit Ihrem Design Studio anderen Unternehmen dabei, hochwertige Präsentationen für verschiedene Zwecke zu erstellen und somit deren Kommunikation qualitativ zu verbessern.

Um den Kunden weiterhin den selben hochwertigen Nutzen zu liefern, ohne aber jede einzelne Präsentation selbst erstellen zu müssen, lehrte sie ihren Mitarbeitern die wertschöpfenden Gestaltungsprinzipien und befähigte sie so den Kernnutzen des Unternehmens zu multiplizieren. Nancy Duarte kann sich dadurch mehr auf die Arbeit am Unternehmen konzentrieren, statt sich in den einzelnen Projekten zu verlieren.

Fazit

Die Case Study zeigt gut, wie wichtig es für Dienstleistungsunternehmen ist, die zentralen wertschöpfenden Aktivitäten zu analysieren und so zu strukturieren, dass die vorhandenen Ressourcen effizient genutzt. Im nächsten Post möchte ich näher auf die Prozessanalyse und Prozessoptimierung eingehen.

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Wer zum Thema weitere Informationen sucht, dem sei das Buch „Built to Sell“ von John Warrillow empfohlen. Danke an Björn!

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