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“Shoot for he moon. Even if you miss, you will land among the stars“ (Les Brown)

Klar, jeder Gründer tritt an um Erfolg zu haben. Motivationsgründe gibt es genug: Selbstverwirklichung als Unternehmer, brillante Ideen, Familientradition, angestrebter Reichtum und viele mehr. Die Erfolgsbeispiele kennen wir alle auch zur Genüge, deswegen spare ich die an dieser Stelle aus. Aber kaum einer redet über die, die scheitern. Jene, die genauso motiviert antreten und sich am Ende doch eingestehen müssen, als Unternehmer versagt zu haben.

insolvenz

Mal ehrlich, wer weiß schon, dass jedes dritte neu gegründete Unternehmen in den ersten drei Jahren scheitert?  Was das heißt? Die Wahrscheinlichkeit, dass es Dein Startup erwischt liegt bei 1:2. Und weiter: Ein Viertel aller jährlichen Unternehmenspleiten gehen zu Lasten von Jungunternehmen (Unternehmen, bei denen die Gründung maximal zwei Jahre zurückliegt).  Eine kleine Übersicht von Startups, die bereits im ersten Halbjahr 2012 gescheitert sind findet ihr hier.

Aber was sind die Faktoren? Ein bereits im Jahr 2000 verfasster Artikel liefert zehn, nach wie vor aktuelle, gute Gründe:

  • Zu viele Geschäftsmodelle der selben Art am Markt
  • Manager haben keine Erfahrung
  • Unkenntnis der Rechtslage
  • Liquiditätsplanung geht nicht auf – finanzielle Mittel reichen nicht aus
  • Keine Kernkompetenz
  • Anforderungen spezifischer Märkte werden nicht beachtet
  • Idee wurde nicht sorgfältig geprüft
  • Die Umsetzung ist nicht professionell und kann den Ansprüchen nicht gerecht werden
  • Das Marketing-Budget wird nicht nachhaltig investiert
  • Große Konkurrenten besetzen den Markt

Natürlich kann diese Liste unendlich weitergeführt werden. Jedoch gibt sie eine grundsätzliche Vorstellung von den Gefahren, die zu einer Pleite führen können.

Und wenn es soweit ist? War’s das dann? Nicht Unbedingt. Es gilt, die Situation frühzeitig zu erkennen! Je früher ein Unternehmer die eigene Situation realistisch einschätzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich aus der Krise hervorzugehen. Denn: Im Gegensatz zu Traditionsunternehmen scheitern Startups nicht an der Unfähigkeit zur Innovation, sondern in den meißten Fällen an der Unerfahrenheit der Gründer. Wird die Situation rechtzeitig richtig eingeschätzt, stehen die Chancen gut erfolgreich neu starten zu können. Voraussetzung ist ein tragbares Geschäftsmodell.

Sogar Positives kann man einer Insolvenz abgewinnen: „Gerade Erstgründer können aus dem Fazit eines gescheiterten Unternehmens wertvolle Denkanstösse erhalten. Vielfach sind diese auch hilfreicher als die beliebten “best pratices”, da sie kritischer über das eigene Geschäftsmodell nachdenken lassen während Erfolgsstorys meist alles ganz einfach aussehen lassen“. Kaum einer beschreibt das besser, als Jonathan Tang in seinem Blog „Diary of a failed Startup“.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass das Risiko zu Gründen in Deutschland eine ähnliche Wertschätzung genießen würde wie in den USA. Auch bei Misserfolg wird ein Unternehmer dort immer als solcher gewürdigt. Schließlich kommt Unternehmer von unternehmen und nicht von unterlassen. Und außerdem kommt nach jedem Tief ein Hoch.

berg und tal

Also: Weiter machen!

Mal was Nützliches!

Zuallererst: Glückwunsch. Wir haben es fast geschafft. Ein Semester lang hatten wir Zeit, um zu blogen, was das Zeug hält. Und mal ehrlich: Eigentlich waren wir doch gar nicht so schlecht, oder?

Aber hat sich eigentlich mal einer die Frage gestellt, wie man richtig blogt? Oder sich sogar zu dem Thema belesen, was der Unterschied ist zwischen den erfolgreichen Blogs und denen mit zwei bis drei Lesern. Ich denke, es ist an der Zeit, sich diese Frage zu stellen „Wie bloge ich richtig?“ Denn eines ist (denke ich) uns doch allen klar: Ein guter Blog kann ein entscheidendes Kriterium sein, wenn es darum geht seinen Kunden ein Mehrwert zu bieten, ein positives, glaubwürdiges Image der eigenen Marke zu erzeugen und im besten Fall ihre Kaufentscheidung zu beeinflussen.

blogoversum

Es ist kein Geheimnis mehr, die Blogosphere dehnt sich kontinuierlich aus (siehe Grafik). Doch leider ist es nach wie vor so, dass viele Startups die positiven Aspekte eines Blogs (besonders in der Startphase) vernachlässigen. Dabei bietet ein Blog viele verschiedene Vorteile:

  • Ein eigener Blog, unabhängig von der Serverfarmen der großen Anbieter, schafft Content, losgelöst von Google+ und facebook (auch interessant)
  • Ein Blog der direkt an die eigene Website gekoppelt ist, leitet Leser des Blogs auch auf die eigentliche Firmenseite weiter
  • Ein professioneller Blog schafft Vertrauen in die fachliche Kompetenz
  • Durch Verlinkungen kann sich dieser auch im Zuge des SEO bewehren
  • Blogleser geben Feedback und das direkt und unmittelbar
  • Der Blog kann das Unternehmen für Interessenten persönlicher und greifbarer machen

Natürlich, man sollte den Aufwand nicht unterschätzen. Aber die folgenden Tipps sollten dabei helfen, diesen richtig einzuordnen:

  • Grundsätzlich sollte der Blog in Kategorien eingeteilt sein. Kein Leser möcht sich durch wirre Inhalte wühlen
  • Bei der Länge gilt es zu beachten, dass Blogeinträge in der Regel nicht länger als vier bis fünf Absätze sind
  • Hyperlinks zu anderen Seiten untermauern die Glaubwürdigkeit
  • Crosslinks (links zu anderen Quellen) sind wichtig im Zuge des SEO
  • Nicht auf Bilder verzichten. Pro Eintrag mindestens eins
  • Es sollte eine Überschrift gewählt werden, die animiert den Eintrag auch wirklich zu lesen
  • Im Gegensatz zu Zeitungsartikeln sollen Blogeinträge unterhalten – das sollte bei der Sprache beachtet werden.
  • Kommentare sollten ernstgenommen und beantwortet werden

Schön zu lesen auch der „Blog Crash Kurs 2012“.

Wer jetzt noch wissen möchte, wie man sich selber einen richtig schönen Blog mit wordpress baut und auch noch ca. eine Stunde über hat, dem ist das Video von Taylor Moore sehr zu empfehlen.

Und als kleine Motivation und zur Inspiration folgt hier noch eine Liste meiner drei Lieblingsblogs

fundersandfounders.com

klonblog.de

ashmaurya.com

The art of pitching

VC’s, EXIST, Banken, Business Angel und Crowdfunding. Was haben die alle gemein, ausser das sie Geld geben? Richtig: Die wollen alle einen Businessplan. Es soll ja Leute geben, die der Meinung sind, Business Pläne seien antiquiert. Bullshit! Eigene Erfahrung: Jeder von den Genannten will einen sehen – im schlimmsten Fall immer auf den entsprechenden Gesprächspartner und seine Interessen angepasst! Ohne Businessplan – keine Chance. Aber was hat das mit der Überschrift zu tun?  Ganz einfach: Der Business Plan ist fertig, ich habe den Fuß in der Tür – ich wurde eingeladen zum Pitchen. Aber was is das: Pitchen? Wie mach ich das? Wie mache ich es richtig? Und vor allem: Wie mache ich das erfolgreich?

Gewusst? Pitchen ist ein Begriff aus der Sportart Golf. Toll ist die Beschreibung vom Golfpro Timo Lehnert: „Der Pitch ist ein hoher Annäherungsschlag, der den Ball möglichst nahe an die Fahne befördern soll.“  Genau wie bei möglichen  Investoren: Im Zweifelsfall habe ich nur eine Chance, um ans Ziel zu kommen. Vertue ich diese, dann war es das. Also? Mit dem ersten Schlag (Pitch) möglichst dicht an das Ziel kommen! (Am Rand bemerkt: Weniger treffend ist der Vergleich mit dem Pitcher beim Baseball – der soll den Gegener „ins Aus werfen“, auch „Strike out“. Das wollen wir natürlich nicht!)

Grundsätzlich gilt: „Das sinnvolle und interessante Gestalten einer freien Rede ist für einen Entrepreneur seit jeher ein unverzichtbares Werkzeug“. Man muss eben überzeugen können. Mittel derer man sich bedienen kann sind z.B.: ein sympathisches Auftreten, klare deutliche Sprache, angemessene Gestik und Mimik, aber auch die deutliche Vermittlung der Inhalte. So weit – so gut. Eigentlich doch wie ein normale Präsentation, oder? Nicht ganz. Ziel des Ganzen ist die Lösung für ein Problem zu verkaufen. Ja, richtig: VERKAUFEN! Nicht erzählen! Der Gegenüber soll / will begeistert werden. Aber wie baue ich das richtig auf? Als Anleitung sind hier zwei wesentliche Quellen zu empfehlen: Zum Einen hat Canaan Partners (ein Venture Capitalyst mir Sitz in Indien, USA und Isreal) eine schöne Anleitung in Form von Slides verfasst. Einen Überblick über die Ansprüche gibt die „Pitch DNA“.

Untitled

Besonders stechen aus meiner Sicht die Punkte „Focus Focus Focus!“, „Sell don’t explain“ und „Convey a clear differentiator“ hervor (natürlich sollten auch die anderen Punkte nicht vernachlässigt werden.)

Zum anderen sehr zu empfehlen ist das Buch „The Art of the Start“ von Guy Kawasaki. In dem Kapitel „The Art of Pitching“ (ab Seite 44) fällt besonders die 30-20-10 Regel auf:

  • Die Schrift sollte 30pt nicht unterschreiten. Alles was nur passt wenn Du es kleiner schreibst ist zu viel
  • 20 min sind das zeitliche Maximum – Du willst verkaufen, nicht langweilen
  • 10 Folien maximal. Alles was mehr ist, ist zu viel.

Natürlich. All diese Regeln sind nicht in Stein gemeißelt (siehe auch hier). Aber Sie geben eine Richtung, in die man gehen sollte. Aus persönlicher Erfahrung: Vorbereitung ist alles. Hier meine Checkliste:

  • Aussagekräftige Powerpoint (ggf. Prezi)
  • Genaue Kenntnis des eigenen Business Modells (Achtung bei kritischen Fragen)
  • 2 Laptops
  • 1 Beamer
  • 1 USB Stick
  • Handouts (entsprechend der Anzahl der Teilnehmer)
  • Businessplan (da is er wieder)
  • Laserpointer
  • Angemessene Kleidung
  • Alle Informationen, die ich über die Teilnehmer finden konnte im Kopf
  • Streckenplanung
  • 10min vorher da sein
  • Gute Laune
  • Genau zuhören
  • Und ganz wichtig: Die Antworten auf offene Fragen schnell und kurzfristig liefern

Beim Pitchen ist es anders als in der Uni – geht was schief, dann hat man es selber vermasselt (auf den Prof kann ich es dann nicht schieben!).

Content is king

Alte Weisheit 2.0. Aber Tatsache: Der Inhalt einer Website kann Wunder wirken. Natürlich: customer useability, design u.Ä. sollten nicht vernachlässigt werden. Aber wenn es um die Frage geht „How to Build an Audience that Builds Your Business“ ist Content Marketing einer der Schwerpunkte.

Unter Content Marketing versteht man: „… creating and sharing valuable free content to attract and convert prospects into customers, and customers into repeat buyers. The type of content you share is closely related to what you sell; in other words, you’re educating people so that they know, like, and trust you enough to do business with you.“

Auf deutsch: Durch Inhalt werden aus Interessenten Käufer und diese zu Wiederkäufern. Natürlich immer in Abhängigkeit von der Zielgruppe.  Weitere Infos gibts hier!

Wie die Inhalte sich zusammensetzen können, zeigt die Abbildung weiter unten. Die Matrix unterteilt zunächst fünf Rubriken: Text, Bilder, Audio, Video und interaktive Elemente und schlüsselt dieses dann in kostenintensive und weniger kostenintensive Möglichkeiten auf. Zu beachten ist, dass der Zeitaufwand für die Erstellung der eigentlichen Inhalte in der Betrachtung fehlt.

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Startups (besonders jene mit dem Marketingschwerpunkt Social Media ) sollten den Blick nach unten links werfen – dort finden sich einige Anregungen.

Fantastische Anmerkungen und die „29 Geheimnisse“ zu Content Marketing findet ihr hier:

„29 Content Marketing Secrets e-book“ – wirklich zu empfehlen.

Was da drin steht? Hier die Kurzform:

  • Sammle Content
  • Finde heraus, was Deine Zielgruppe lesen möchte
  • Finde eine gute Story
  • Lese das Feedback und nutze die „Weisheit der Masse“ (wisdom of crowds)
  • Finde die Influencer und nutze die
  • Zeige Kontinuität
  • Nichts wiederholen / aber Teilen ist erlaubt
  • Content sollte kostenlos sein
  • Die Qualität ist entscheident

Das die Qualität entscheidend ist, quasi das Herzstück, zeigt eindrucksvoll die folgende Infografik.

Anatomy of Content Marketing

Na klar, zum Schluss bleibt die Vermutung, dass es ein „Alter Hut“ ist. Aber was hilft da besser, als die Kompetenz der „Anderen“. Wie gewohnt, greife ich an dieser Stelle auf „best practice“ Beispiele zurück:

Getaggt mit

Special Sauce? So einfach kann es sein! Das Team.

Nachdem ich mich in den letzten Beiträgen der Frage gewidmet habe, warum eigentlich manche Gründer erfolgreicher sind als andere und ob es vielleicht schlicht mit ihrem Backround zu tun hat, hat mich ein Abend voll intensiver Recherchen und ein interessantes Interview der Antwort auf die Frage vielleicht ein wenig näher gebracht:

Das Team!

Image

Wie gewinnt man ein Fußballspiel? Wie fliegt man eine Rakete zum Mond? Wie absolviert man ein Bachelor- und Masterstudium in nur zwei Jahren? Und wie gründet man erfolgreich? Richtig, die Antwort auf all diese Fragen ist die gleiche:

Im Team!

Aber halt! Sicher denkt der Leser: „Hat die sich da verschrieben?“ Nein! Bachelor- und Masterstudium in nur zwei Jahren. Das haben zwei Jungs aus dem Pott tatsächlich geschafft: Robert Grünwald und Marcel Pohl! Als wie wichtig sie dabei die Arbeit im Team einstufen erklärt Robert Grünwald so: „Als äußerst essentiell, wenn nicht sogar als den wichtigsten Punkt. Teamwork und gute Kooperation ist gerade in dieser Art von Studium absolut notwendig, alleine hätten wir es niemals geschafft.“

„Hey, aber was hat das jetzt mit Gründung zu tun?“ Ganz einfach! Auf die Frage wie wichtig das Gründungsteam ist folgte „Mindestens genauso wichtig wie im Studium. Die Parallelen sind mehr als klar zu erkennen, man hat ein gemeinsames Ziel, für welches man sich gemeinsam einsetzt, jeder mit seinen individuellen Kompetenzen und Stärken.“ Und er muss es wissen. Gemeinsam mit seinem Teampartner Marcel Kopper gründete Robert Grünwald ein eigenes Unternehmen: GWriters.de.

„OK, gut. Aber sind doch nur Ausnahmen!“ Nein! Sind sie nicht: Apple / Jobs, Wozniak, Wayne. Microsoft / Gates, Allen. Google / Page, Brin. Twitter / Stone, Dorsey, Williams. Nur um einige zu nennen. Natürlich: Die Liste erfolgreicher Sologründer ist endlos lang. Aber mittlerweile haben auch VC’s den Wert von Gründerteams erkannt und betrachten diese ausführlich in den Executive Summaries. Der Einfluss guter Teams wird auch durch die zunehmende Forschungsrelevanz unterstrichen. So hat Prof. Dr. Nikolaus Franke erstmalig in einer empirischen Analyse untersucht ,worauf VC‘s bei der Bewertung der Teams achten. In der Auswertung kommt er u.a. zu dem Ergebnis, dass besonders die Heterogenität eines Teams – also die Kombination verschiedener Stärken – zum Erfolg beitragen kann. (Nicht vernachlässigen will ich an dieser Stelle, dass der Autor auch anmerkt, das Heterogenität das Arbeiten im Team auch durchaus erschweren kann.)

„Und wie sieht das perfekte nun Team aus?“ Viele der oben genannten Gründer kannten sich bereits vorher. Vertrauen scheint ein wesentlicher Schlüsselfaktor zu sein. Zudem sollte die Kombination von persönlichen Eigenschaften einen guten Gesamtmix ergeben.

„Aber zum Schluss bleibt nur die Idee! Richtig?“ Falsch! Grünwald: „Häufig hört man, es komme auf die Idee an. Das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Jeder Mensch hat Ideen, letzen Endes kommt es aber auf die UMSETZUNG an. Umsatz kommt von Umsetzen, nicht von umDENKEN“

Also: Idee haben, Partner auswählen und umsetzen. Dann wird das vielleicht auch was, vom Tellerwäscher zum Millionär.

Vom Tellerwäscher zum Millionär – bald nur noch ein Traum!

Oder? Nachdem ich mir in meinem letzten Blogbeitrag die Frage gestellt habe, warum die Samwer Brüder eigentlich so gottverdammt erfolgreich sind mit dem was sie tun, haben die Kommentare zu dem Beitrag die Frage aufgeworfen, warum einzelne Unternehmer erfolgreicher sind als andere?

Grundsätzlich sollte die Frage geklärt werden: „Was isn eigentlich Erfolg?“ Die Studie „2011 High-Impact Entrepreneurship Global Report“  der Unternehmensberater Ernst & Young definiert erfolgreiche Unternehmer als jene, deren durchschnittlicher Jahresumsatz jährlich um 20% steigt. Die Studie stellt zudem heraus, dass Faktoren für einen Erfolg das Alter des Unternehmers sind (bestens zwischen 25 und 48), ein Hochschulabschluss, die Veranlagung nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teamplayer aufzutreten und das Geschäft auf internationaler Ebene aufzubauen. Im Grunde alles Faktoren, die so auch auf die „bösen Gebrüder“ Samwer zutreffen. Aber was ist die Grundlage des Erfolgs? Wo kommts her? Ist es in jedem von uns? Betrachten wir im Folgenden exemplarisch die drei reichsten Menschen der Welt und die drei am besten bezahlten CEO’s. Auffällig schon an dieser Stelle: Das Geschlecht spielt anscheinend eine große Rolle – alles Männer.

Carlos Slim Helu gilt mit einem geschätzten Vermögen von 53 Mrd US $ als der reichste Mensch der Welt. Grundlage für seinen Erfolg ist zum einen die familiäre Basis und zum anderen sein unbedingter Wille zum Erfolg. Die Geschäfte seines Vaters sicherten ein gewisses Vermögen, welches es ihm (und seinen Geschwistern) ermöglichte an renommierten Schulen zu lernen. Die schier unvorstellbare Wertsteigerung seiners Unternehmens Impulsora del Desarrollo y el Empleo ist jedoch einzig ihm und seinem Streben nach Erfolg zuzuordnen. Auch Bill Gates, auf Platz zwei der reichsten Personen der Welt, konnte nur dank des soliden Vermögens seiner Eltern an hochbegabten Schulen lernen, die seinem Talent gerecht wurden und ihm die Möglichkeit gaben Ideen zu verfolgen. Warren Buffet’s  (Platz drei, ebenfalls studiert) Erfolg ist nicht unbedingt auf die finanziellen Möglichkeiten seiner Eltern zurückzuführen. Aber ähnlich wie der Erst- und Zweitplatzierte zieht sich durch seine Vita der unbedingte Wille zum Erfolg und die Kraft andere zu überzeugen.

Lawrence J Ellison (Oracle / 556 Mio US $), Ray R Irani (Occidental Petroleum / 222 Mio US $) und John B Hess (Hess / 154 Mio US $) gelten als die drei Top CEOs der Welt. Sowohl Irani (Sohn eines Mathematikprofessors), als auch Hess entstammen priviligierten Familien und studierten an international anerkannten Universitäten. Lediglich Ellison  erscheint in der Tat als raw-modell eines Unternehmers. Aufgezogen  von russischen Verwandten, brach er sein Studium ab, um seine Firma Oracle durch Ehrgeiz und Kompetenz zum Erfolg zu führen.

Natürlich gilt diese Auswahl nur begrenzt als repräsentativ. Aber was isn nun? Genetisch bedingter Erfolg? Erziehung? Oder doch Bildung? Oder alles?

Ein Blick auf die ersten Fünf der zehn erfolgreichsten Unternehmen, die von Studenten gegründet wurden, könnte Aufschluss geben : Google – Stanford, Facebook – Harvard, Yahoo – Stanford, WordPress – University of Houston, Microsoft – Harvard.

Nicht nur, dass all diese Unternehmen an weltbekannten Universitäten ihren Ursprung haben: WIEDER alles Männer! Alle aus wohlsituierten Familien!

Was könnte also die Antwort sein?

Die Grundlage für den Erfolg ist die Kombination aus Bildung und Ehrgeiz. Ehrgeiz können erfolgreiche Eltern als Eigenschaft an ihre Kinder weiter geben. Bildung kann man kaufen. Da Bildung aber immer teurer wird, werden erfolgreiche Menschen zukünftig vermehrt aus wohlhabenden Dynastien entstammen. Vom Tellerwäscher zum Millionär? Dann nur noch ein Traum!

Warum sind die Samwers eigentlich so gottverdammt gut in dem was sie tun?

Wer kennt Sie in der berliner Start Up Szene nicht. Ihr Name ist Hans Dampf in allen Gassen, wenn es um erfolgreiche Start Ups geht: StudiVz, Jamba!, Zalando, Groupon und Glossybox, um nur einige zu nennen. 3 Brüder, 25 Exits, 22 Käufer und mehr als 1 Mrd US Doller Umsatz. Richtig: die Samwer Brüder. Alexander, Marc und Oliver. Studiert haben alle an Eliteuniversitäten. Ihr Geschäft haben sie von der Pike auf gelernt. Und sicherlich, zum Teil gelten die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen als unmenschlich, und die Brüder als herzlos und einzig versessen auf ihre Ziele. (Anmerkung: Oliver Samwer wird gerne zitiert mit dem Satz „I will die to win“). Aber was ist das Geheimnis ihres Erfolgs? Was machen die drei Brüder aus Köln besser als alle ihre Konkurrenten?

Einen Versuch die Gründe zusammenzufassen und zu analysieren unternahm jüngst Joel Koczmarek  für den Blog der gründerszene. Die wesentlichsten Faktoren sollen hier in Würze zusammengefasst werden:

1)      Keiner beherrscht das System des schnellen und gezielten Aufbaus von „me to“ Unternehmen so gut, wie die Unternehmerbrüder. Ist ein Markt erkannt und Zahlen stützen den Erfolg gibt es kaum etwas, was die Samwers aufhält – immer getreu dem Motto „don’t fix it, if it ain’t broke“. Selbst vor großen Konkurrenten machen die Samwers nicht halt. So machten Sie unlängst Schlagzeilen mit dem Aufbau eines Amazon –Clons in Teilen Asiens. Auch hier funktioniert das Konzept analog zu bisherigen Erfolgen: Amazon vernachlässigt den Markt in bestimmten Ländern – die Samwers investieren genau dort Kapital. Mit ihrem weltumspannenden Netzwerk (Rocket Internet) werden die Clone innerhalb kürzester Zeit zur Marktreife geführt.

2)      Keiner ist so verliebt in Zahlen. Die Brüder (angeführt durch den medienscheuen Oliver Samwer) kennen die Zahlen ihrer Unternehmungen bis ins Detail, sprich bis in die Makroebene. Erfolgreiche Modelle werden weitergeführt, schlecht laufende Geschäfte ohne Rücksicht auf Verluste abgeschoben. Dementsprechend konsequent wird gehandelt. Entlassung von 400 Mitarbeitern in der Türkei? Kein Problem – Geschäft lief schlecht.

3)      Keiner kennt so viele Leute. Die Brüder kennen Investoren, pflegen die Beziehungen, gewinnen neue und überzeugen mit ihrem Erfolg. Ohne Unterlass jagen Nachrichten über den Gewinn neuer Investitionspartner durch verschiedenste Blogs.

4)      Keiner ist so strategisch. Allen Samwerunternehmungen liegt ein strikt strategischer Plan zugrunde. „Strategische Weitsicht und ein ausgeprägtes taktisches Gespür zählen also zu den wichtigen Grundlagen der Arbeit.“

So what? Unmenschlich? Zahlenfixiert? Stratege? Netzwerken? Das Mittel zum Erfolg scheint die richtige Mischung, ein tiefgreifendes Verständnis für den jeweiligen Markt und die nötige Konsequent im Handeln zu sein!

Was bleibt? Mensch bleiben! Wer will in seinem eigenen Unternehmen schon der „dunkle Lord“genannt werden.

Getaggt mit