“Shoot for he moon. Even if you miss, you will land among the stars“ (Les Brown)

Klar, jeder Gründer tritt an um Erfolg zu haben. Motivationsgründe gibt es genug: Selbstverwirklichung als Unternehmer, brillante Ideen, Familientradition, angestrebter Reichtum und viele mehr. Die Erfolgsbeispiele kennen wir alle auch zur Genüge, deswegen spare ich die an dieser Stelle aus. Aber kaum einer redet über die, die scheitern. Jene, die genauso motiviert antreten und sich am Ende doch eingestehen müssen, als Unternehmer versagt zu haben.

insolvenz

Mal ehrlich, wer weiß schon, dass jedes dritte neu gegründete Unternehmen in den ersten drei Jahren scheitert?  Was das heißt? Die Wahrscheinlichkeit, dass es Dein Startup erwischt liegt bei 1:2. Und weiter: Ein Viertel aller jährlichen Unternehmenspleiten gehen zu Lasten von Jungunternehmen (Unternehmen, bei denen die Gründung maximal zwei Jahre zurückliegt).  Eine kleine Übersicht von Startups, die bereits im ersten Halbjahr 2012 gescheitert sind findet ihr hier.

Aber was sind die Faktoren? Ein bereits im Jahr 2000 verfasster Artikel liefert zehn, nach wie vor aktuelle, gute Gründe:

  • Zu viele Geschäftsmodelle der selben Art am Markt
  • Manager haben keine Erfahrung
  • Unkenntnis der Rechtslage
  • Liquiditätsplanung geht nicht auf – finanzielle Mittel reichen nicht aus
  • Keine Kernkompetenz
  • Anforderungen spezifischer Märkte werden nicht beachtet
  • Idee wurde nicht sorgfältig geprüft
  • Die Umsetzung ist nicht professionell und kann den Ansprüchen nicht gerecht werden
  • Das Marketing-Budget wird nicht nachhaltig investiert
  • Große Konkurrenten besetzen den Markt

Natürlich kann diese Liste unendlich weitergeführt werden. Jedoch gibt sie eine grundsätzliche Vorstellung von den Gefahren, die zu einer Pleite führen können.

Und wenn es soweit ist? War’s das dann? Nicht Unbedingt. Es gilt, die Situation frühzeitig zu erkennen! Je früher ein Unternehmer die eigene Situation realistisch einschätzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich aus der Krise hervorzugehen. Denn: Im Gegensatz zu Traditionsunternehmen scheitern Startups nicht an der Unfähigkeit zur Innovation, sondern in den meißten Fällen an der Unerfahrenheit der Gründer. Wird die Situation rechtzeitig richtig eingeschätzt, stehen die Chancen gut erfolgreich neu starten zu können. Voraussetzung ist ein tragbares Geschäftsmodell.

Sogar Positives kann man einer Insolvenz abgewinnen: „Gerade Erstgründer können aus dem Fazit eines gescheiterten Unternehmens wertvolle Denkanstösse erhalten. Vielfach sind diese auch hilfreicher als die beliebten “best pratices”, da sie kritischer über das eigene Geschäftsmodell nachdenken lassen während Erfolgsstorys meist alles ganz einfach aussehen lassen“. Kaum einer beschreibt das besser, als Jonathan Tang in seinem Blog „Diary of a failed Startup“.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass das Risiko zu Gründen in Deutschland eine ähnliche Wertschätzung genießen würde wie in den USA. Auch bei Misserfolg wird ein Unternehmer dort immer als solcher gewürdigt. Schließlich kommt Unternehmer von unternehmen und nicht von unterlassen. Und außerdem kommt nach jedem Tief ein Hoch.

berg und tal

Also: Weiter machen!

Advertisements

6 Gedanken zu „“Shoot for he moon. Even if you miss, you will land among the stars“ (Les Brown)

  1. kris sagt:

    Sehe ich genauso – guter Beitrag! Auch Henry Ford sagte schon: „Ein Misserfolg ist lediglich die Möglichkeit, schlauer von Neuem zu beginnen.“

  2. 1liT3rHmILCh sagt:

    Ich persönlich lerne sehr viel aus Fehlern, das soll nicht bedeuten, dass ich einer der drei sein will, die unbedingt, wenn sie nen Starup schaffen, damit „failen“ gehen wollen. Aber der Ansatz über Fehler und Misserfolge die Leistung zu steigern und beim nächsten Anlauf aus den begannen Fehlern Lehren zu ziehen und sie in positive Maßnahmen zu bündeln, kann für den einen oder anderen doch vielversprechend sein.

    Es kommt doch sehr auf die eigene Persönlichkeit an, was man aus Kritik bzw. Fehlern erlernt, bei manchen wirkt es demotivierend und bei manch anderen schafft es das Verlangen, es beim nächsten Mal besser zu machen und sich selbst vor allem zu beweisen (wenn man überzeugt von seinem Konzept ist), dass es auch andere Wege gibt, die zum angestrebeten Ziel führen. Oft übersieht man Dinge und Fehler können einen Ansatz liefern, neu und anders über die Sache nachzudenken und sie aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten.

    Sir Winston Churchill: „Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.“. In diesem Sinne: Rockt die Sche… fett Kids (Kurt Krömer), seid mutig und scheut euch nicht fehler zu machen, daraus zu lernen und in Zukunft es anders vielleicht besser zu machen.

  3. godiwajung sagt:

    Dieser Artikel ist spannend. Besonders wenn man auch die Blogs „WARUM SCHEITERN STARTUPS?“ von Kris und „#3: WO FINDET MAN SINN-VOLLE STARTUP-IDEEN?“ von Björn gelesen hat. Nicht in wenigen Punkten widersprechen sich die Ansichten. So schreibt Björn zum Beispiel, dass die Motivation ein Unternehmen zu gründen aufgrund des Sinnes heraus entsteht, welchen man hinter dem sieht was man tut. Und weiter, dass angestrebter Reichtum als Grund für Motivation und ein erfolgreiches Startup nicht ausreicht. Auch Richard Branson über seine erste Gründung:

    „I set up this magazine called Student when I was 16, and I didn’t do it to make money – I did it because I wanted to edit a magazine. There wasn’t a national magazine run by students, for students. I didn’t like the way I was being taught at school. I didn’t like what was going on in the world, and I wanted to put it right.“

    Kris sagt, dass der Hauptgrund warum Startups scheitern der ist, dass die verschiedenen Teilbereiche des Unternehmens nicht gleichmäßig miteinander wachsen. Dies ist wiederum unter den oben genannten 10 Hauptgründen kein Punkt.
    Aber es muss nicht umbedingt ein Widerspruch zueinander, sondern kann auch vielmehr eine Ergänzung sein.

    Ich bin der Meinung (und die wird immer bedeutender), dass es keine Boxen, Regeln, ect. für Startups gibt. Startups sind organisch d.h. sie sind lebendig und für etwas Lebendiges gibt es keine Formeln und Boxen die immer 100% zutreffen. Das ist ja auch das Schöne : )

    Es ist gut Tag für Tag seine Scheuklappen abzusetzen, weil man denkt etwas verstanden zu haben und seinen Blick zu erweitern, breitflächiger zu denken.
    (Das ist nicht auf Euch sondern die Allgemeinheit, inklusive mir bezogen)

    Danke für den Artikel

  4. sarah sagt:

    Danke für die Kommentare. Spannend was Godiwa schreibt. Ich denke schon, dass es Regeln gibt (trotz der organischem Strukturen). Unterschreiben würde ich, dass man die Entwicklung nicht vorzeichnen kann. Aber es gibt Zahlen. Und diese stecken ziemlich eindeutig ökonomische Rahmen, die man einhalten sollte. Tut man das nicht, dann versenkt man a) viel Geld und ist b) zum Scheitern verurteilt.
    Wenn wir mal ein Blick auf die Unternehmen in unserem Themenfeld werfen, ist doch ein häufiger Grund für Schwierigkeiten die Vernachlässigung der Auswertung von Zahlen und mangelndes Controlling.
    Die Gründe warum Startups scheitern sind natürlich im Ganzen mannigfaltig und die Wertung immer sehr von den persönlichen Voraussetzungen abhängig.

  5. […] eben zu den USA. Ein Grund dafür liegt sicherlich auch in der bisherigen Mentalität bzw. in der Einstellung zur Selbständigkeit. Doch wir sind auf einem guten Weg.  Wie bereits beschrieben gibt es hier in den letzten Jahren […]

  6. […] für eine lukrative anderweitige Idee. Zwar wird nicht jede Idee dadurch zum Erfolg, aber “Shoot for he moon. Even if you miss, you will land among the stars“ (Les […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: