#2: Was hat Psychologie mit guten Startup-Ideen zu tun?

“Those who have a ‚why‘ to live,
can bear with almost any ‚how‘.”

– Viktor E. Frankl

In meinem letzten Blog-Artikel haben wir festgestellt, dass man – um ein innovatives Startup zu gründen – eine Person werden sollte, die gute Startup-Ideen hat.

Was das mit Psychologie zu tun hat? Wenn die eigene Persönlichkeit ausschlaggebend ist für gute Startup-Ideen, dann ist es hilfreich zu wissen wie man tickt. Aber keine Angst: Ich möchte mich hier nicht als Hobby-Psychologe versuchen, sondern nur Denkanstöße geben.

Über das Buch „Man‘s Search for Meaning“ des Psychologen Viktor Frankl bin ich über den von ihm entwickelten Ansatz der Logotherapie (auch Existenzanalyse genannt) gestolpert. Dabei handelt es sich um eine psychotherapeutische Methode, die davon ausgeht, dass die stärkste Motivation und treibende Kraft im Leben eines Menschen das Streben nach Sinn ist.

Viktor Frankl, 1905 in Österreich geboren, wurde 1942 aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nazis in ein Konzentrationslager deportiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Grundzüge seiner Theorie bereits entwickelt.

Im ersten Teil des eben erwähnten Buches beschreibt und analysiert er das Leben unter den extremen Bedingungen eines Konzentrationslagers. Im zweiten Teil stellt er seine Vorstellungen von Sinn und seine Theorie der Logotherapie vor und beweist dessen Richtigkeit anhand seiner Beobachtungen im Konzentrationslager.

Im Gegensatz zur Freud‘schen Psychoanalyse wird bei der Logotherapie der Blick weniger in eine traumatische Vergangenheit gerichtet, sondern im Gegenteil auf die Möglichkeit einer positiven Zukunft verwiesen.

Ziel bei der Logotherapie ist es, psychische Erkrankungen zu heilen, indem der Therapeut dem Patienten in Gesprächen dabei hilft, einen Sinn im eigenen Leben zu finden. Dabei stehen die Individualität des Patienten und dessen Anliegen im Vordergrund.

Angenommen das Streben nach Sinn ist das Fundament menschlichen Handelns und jeder hat aufgrund seiner Biographie eine ganz eigene, individuelle Antwort auf diese Frage – dann wird klar, dass gute Startup-Ideen nur in Abhängigkeit von der Person gut sind, die sie hat.

Eine Startup-Idee, die für eine Person Sinn macht, kann für eine andere Person Sinn-los sein und schlichtweg nicht funktionieren, da die Entscheidungen, welche diese Person bei der Umsetzung der Idee trifft, nicht im Einklang mit den Annahmen stehen, aufgrund derer die Idee geboren wurde.

Das wiederum heißt für jeden Einzelnen, dass man selbst der Quell guter Ideen ist. Die Orte, an denen man persönlich den meisten Sinn erfährt, dürften daher eine gute Fundgrube für Startup-Ideen sein.

Die Frage ist dann: Wie findet man heraus, wo man selbst Sinn erfährt?

Darum wird es im nächsten Blog-Artikel gehen.

Advertisements

7 Gedanken zu „#2: Was hat Psychologie mit guten Startup-Ideen zu tun?

  1. jirka1972 sagt:

    @ Björn: „Die Frage ist dann: Wie findet man heraus, wo man selbst Sinn erfährt?“ – Das wird dann vermutlich der philosophische Ansatz, oder? – Ein Argument kann ich gut nachvollziehen: „Eine Startup-Idee, die für eine Person Sinn macht, kann für eine andere Person Sinn-los sein und schlichtweg nicht funktionieren, da die Entscheidungen, welche diese Person bei der Umsetzung der Idee trifft, nicht im Einklang mit den Annahmen stehen, aufgrund derer die Idee geboren wurde. Das wiederum heißt für jeden Einzelnen, dass man selbst der Quell guter Ideen ist.“

    • bjoernlefers sagt:

      @Jirka: Nene, das wird nicht philosophisch, sondern eher populär-wissenschaftlich. Wo ich aber gerade den Satz “Wie findet man heraus, wo man selbst Sinn erfährt?” lese gefällt er mir nicht sonderlich – das kling so esotherisch… Erfüllt aber hoffentlich trotzdem seinen Zweck! 😉

  2. […] der Artikel : “#1: Wie gründet man ein innovatives Startup?” und “#2: Was hat Psychologie mit guten Startup-Ideen zu tun?” kam mir die Idee, einen eigenen Blog zu schreiben, wobei der Fokus nicht direkt auf dem […]

  3. godiwajung sagt:

    „Streichen Sie die Begriffe Arbeitszeit und Freizeit aus Ihrem Wortschatz, ersetzen Sie diese durch Lebenszeit und fragen Sie sich: Macht das SINN, was ich mache?“ So Götz W. Werner. Sein Rat als Unternehmer und Entrepreneur ist, sein Ziel des Lebens nicht aus den Augen zu verlieren und sich immer wieder neu zu hinterfragen. Warum mache ich das? Kann ich mich mit dem, was ich mache, wirklich identifizieren?

    Ein sehr wertvoller Appell, wie ich finde! Sehen wir keinen Sinn in dem was wir machen, ist es schwer, vielleicht sogar unmöglich, hinter diesem zu stehen.

    Ein spannender Gedanke und Blogeintrag!

    • bjoernlefers sagt:

      Tolles Zitat. Das Schwierige ist glaube ich auch herauszufinden, was man selbst als Sinn-voll erachtet und dann am Ball zu bleiben. Wirklich klar bin ich mir darüber auch nicht, aber jedes mal, wenn ich mit etwas scheitere und danach wieder aufstehe wird es ein wenig schärfer… 😉

  4. […] In meinen letzten Blog-Artikeln haben wir festgestellt, dass man – um ein innovatives Startup zu gründen – eine Person werden sollte, die gute Startup-Ideen hat (#1) und sich dazu zunächst einmal fragen sollte, was man selbst als Sinn-voll erachtet (#2). […]

  5. […] habe ich in meinen ersten drei Blog-Artikeln ( #1: Wie gründet man ein innovatives Startup?; Was hat Psychologie mit guten Startup-Ideen zu tun?; #3: Wo findet man Sinn-volle Startup-Ideen? ) auch so einen großen Wert auf die eigene […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: