Warum sind die Samwers eigentlich so gottverdammt gut in dem was sie tun?

Wer kennt Sie in der berliner Start Up Szene nicht. Ihr Name ist Hans Dampf in allen Gassen, wenn es um erfolgreiche Start Ups geht: StudiVz, Jamba!, Zalando, Groupon und Glossybox, um nur einige zu nennen. 3 Brüder, 25 Exits, 22 Käufer und mehr als 1 Mrd US Doller Umsatz. Richtig: die Samwer Brüder. Alexander, Marc und Oliver. Studiert haben alle an Eliteuniversitäten. Ihr Geschäft haben sie von der Pike auf gelernt. Und sicherlich, zum Teil gelten die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen als unmenschlich, und die Brüder als herzlos und einzig versessen auf ihre Ziele. (Anmerkung: Oliver Samwer wird gerne zitiert mit dem Satz „I will die to win“). Aber was ist das Geheimnis ihres Erfolgs? Was machen die drei Brüder aus Köln besser als alle ihre Konkurrenten?

Einen Versuch die Gründe zusammenzufassen und zu analysieren unternahm jüngst Joel Koczmarek  für den Blog der gründerszene. Die wesentlichsten Faktoren sollen hier in Würze zusammengefasst werden:

1)      Keiner beherrscht das System des schnellen und gezielten Aufbaus von „me to“ Unternehmen so gut, wie die Unternehmerbrüder. Ist ein Markt erkannt und Zahlen stützen den Erfolg gibt es kaum etwas, was die Samwers aufhält – immer getreu dem Motto „don’t fix it, if it ain’t broke“. Selbst vor großen Konkurrenten machen die Samwers nicht halt. So machten Sie unlängst Schlagzeilen mit dem Aufbau eines Amazon –Clons in Teilen Asiens. Auch hier funktioniert das Konzept analog zu bisherigen Erfolgen: Amazon vernachlässigt den Markt in bestimmten Ländern – die Samwers investieren genau dort Kapital. Mit ihrem weltumspannenden Netzwerk (Rocket Internet) werden die Clone innerhalb kürzester Zeit zur Marktreife geführt.

2)      Keiner ist so verliebt in Zahlen. Die Brüder (angeführt durch den medienscheuen Oliver Samwer) kennen die Zahlen ihrer Unternehmungen bis ins Detail, sprich bis in die Makroebene. Erfolgreiche Modelle werden weitergeführt, schlecht laufende Geschäfte ohne Rücksicht auf Verluste abgeschoben. Dementsprechend konsequent wird gehandelt. Entlassung von 400 Mitarbeitern in der Türkei? Kein Problem – Geschäft lief schlecht.

3)      Keiner kennt so viele Leute. Die Brüder kennen Investoren, pflegen die Beziehungen, gewinnen neue und überzeugen mit ihrem Erfolg. Ohne Unterlass jagen Nachrichten über den Gewinn neuer Investitionspartner durch verschiedenste Blogs.

4)      Keiner ist so strategisch. Allen Samwerunternehmungen liegt ein strikt strategischer Plan zugrunde. „Strategische Weitsicht und ein ausgeprägtes taktisches Gespür zählen also zu den wichtigen Grundlagen der Arbeit.“

So what? Unmenschlich? Zahlenfixiert? Stratege? Netzwerken? Das Mittel zum Erfolg scheint die richtige Mischung, ein tiefgreifendes Verständnis für den jeweiligen Markt und die nötige Konsequent im Handeln zu sein!

Was bleibt? Mensch bleiben! Wer will in seinem eigenen Unternehmen schon der „dunkle Lord“genannt werden.

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7 Gedanken zu „Warum sind die Samwers eigentlich so gottverdammt gut in dem was sie tun?

  1. jirka1972 sagt:

    @ Sarah: „Was bleibt? Mensch bleiben! Wer will in seinem eigenen Unternehmen schon der „dunkle Lord“genannt werden.“

    Ich denke auch, die Mischung machts. Aber hierfür die richtige Mischung zu finden, eben, um auch Mensch zu bleiben, das ist vielleicht die Herausforderung, die den Brüdern noch fehlt. – Ihr finanzieller Erfolg – ohne Frage, alle Achtung. – Ich weiss nicht, warum mir hier auch die Worte einfallen, dass „Geld den Charakter verderben würde“ oder auch „blind macht“.

    Manchmal ist weniger doch mehr.

  2. Bruce Spear sagt:

    Nicely done, Sarah!

    Except I don’t know where you got these ideas, and I’d love to know who the smart people rare talking about these guys.

    What I’d like to know (me and a zillion others, I’d guess) is „the secret sauce“ to these characters. What is it: get fed competitive professionalism by successful parents beginning with your mother’s milk? Enjoy a highly competitive team with two siblings from day one? What do other bloggers say about this, what is the professional conversation?

    Or is it, as so many say, that these guys are completely ruthless, the rest of us are wimps … what is this macho-entrepreneurship line about? How about a counter-example, like, founders who are both successful and, well n-i-c-e? What do other bloggers say about this, what is the professional conversation?

    You might be interested the two posts on these characters by Fred, in my BizApps course: http://bizfest.wordpress.com/2012/11/25/blitzkrieg-how-to-do-business-samwer-style/.

    NICE to see this work, Sarah!

  3. godiwajung sagt:

    Ungeheuerlich! – unsicher ob im Positiven oder Negativen – „smart“ auf jeden Fall!

    Mit nur 24 bzw. 26 und 29 Jahren (geschätztes Durchschnittsalter der Studenten im Themenfeld) haben sie angefangen zu gründen und dann gleich ein Großunternehmen (alando.de). Seitdem haben Sie keine Pause gemacht und wie es scheint keine Chance ein Internet-Startup zu gründen, kopieren oder in eines zu investieren ausgelassen.

    „Wir sind geboren im Goldzeitalter – oder im Schlaraffenland für Unternehmer“, so Oliver Samwer. Für Internet-Startup wohl wahr aber ich habe mich auch gefragt, wieviel Einfluss ihnen von Vorfahren „vererbt“ wurde. Wurde ihnen durch die „Muttermilch“, wie Bruce es nennt schon Macht, Erfolg und Einfluss eingeflößt?
    Ich denke, sie sind nicht nur ins Schlaraffenland für Unternehmer sondern ebenso in eines mit goldenen Vorraussetzungen durch familiäre Gegebenheiten geboren worden.

    Doch nichtsdestotrotz muss jeder, ob arm oder reich geboren, mit weniger oder mehr Unterstützung selber anfangen und Entscheidung treffen. Auch wenn der Stammbaum sicherlich mit eine Rolle spielt, ist meine Überzeugung, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, was er aus seinem Leben macht!

    Entgegengesetzt der meisten Deutschen, die Geld als Grund für eine Existenzgründung mehr als positiven Nebeneffekt bewerten, beziehen die Brüder-Samwer klare Stellung: „Ich gebe euch all das Geld, um zu gewinnen, ich gebe euch all das Vertrauen, aber ihr müsst es zurückgeben mit unvergleichlichem Erfolg“.
    Weiter: „Wenn ich aber sehe, dass ihr mein Geld verschwendet, dass ihr nicht typisch deutsch detailverliebt seid, dass ihr nicht schnell seid, dass ihr nicht aggressiv seid, dann werde ich böse.“ Etwas gutes zu tun steht offenbar weit unten auf ihrer Liste der Gründungsgründe…

  4. Nico sagt:

    Netter Artikel. Gerade für die Entrepreneure von Morgen können die Samwers ein Vorbild sein. Trotzdem denke ich, dass sie damals mit ihrem Jamba-Projekt auch etwas Glück gehabt haben. Ich glaube, dass sie gar nicht wussten worauf sie sich damit einlassen würden. Sie haben zum richtigen Zeitpunkt das richtige Produkt angeboten und ihr Unternehmen für einen riesigen Haufen Geld verkauft. Wer braucht denn heute noch polyphone Klingeltöne. Oder meint ihr sie wussten, dass Apple und Co. einige Jahre später Smartphones anbieten würden bei denen solche Klingeltöne total überflüssig sind. Meiner Meinung nach haben sie erst nach dem Verkauf von Jamba mit einem strategischen Handeln begonnen.
    Außerdem läuten im Internet die unterschiedlichsten Gerüchte um deren Vorzeigeprojekt Zalando. Sie generieren zwar Umsätze in einer Höhe von der wir nur träumen können, haben jedoch auch sehr viele und hohe Kosten. Häufig hört man auch immer wieder, dass Zalando rote Zahlen schreibt.
    Ich finde es fragwürdig warum immer nur über die Samwers als erfolgreiche Entrepreneure berichtet wird. Ein für mich auch sehr erfolgreiches Geschäftsmodell war Brands4 Friends. Nach der Gründung 2007 hat Ebay es drei Jahre später für geschätzte 200 Mio. US-Dollar gekauft. Ich würde mich freuen, wenn auch mal über erfolgreiche Exits und Geschäftsmodelle berichtet wird, die nicht von den Samwer-Brüdern ins Leben gerufen wurden.

  5. Guido sagt:

    Hier ein interessantes Video um einmal hinter die Kulissen des Unternehmens von Zalando zu schauen. Schlechte Arbeitsbedingungen und schlecht bezahlte Arbeit. Nach der Strategie erfolgreich wird man nur wenn man die Personalkosten senkt. http://www.youtube.com/watch?v=3daPqhHsxOg

  6. Guido sagt:

    Laut gründerszene.de gibt es die Diplomarbeit von Oliver Samwer jetzt kostenlos zum downloaden mit Tipps zum erfolgreichem Startup. Hier der Link: http://de.scribd.com/doc/87953603/America-s-Most-Successful-Startups-Samwer-1999

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